Tiefgreifende Veränderungen

„Alle tiefgreifenden Veränderungen beginnen damit, dass man den Mut hat, sich vorzustellen, dass es auch anders sein könnte.“ (Gerald Hüther)

Die Ausbildung zum/zur klassischen Musiker*in ist nicht prädestiniert dafür, Vorstellungen außerhalb der Norm zu wagen. Für einige ist das richtig, für andere nicht.

Für diejenigen, die sich mehr wünschen, gilt es immer wieder zu erinnern: wir haben die Freiheit, diese Normen zu hinterfragen und individuelle Vorstellungen für das eigene Leben zu entwickeln. Dass es Mut dafür braucht, scheint merkwürdig nach dem Motto: „die Gedanken sind frei“, doch wie frei denken wir wirklich? Der Sog des Mainstreams ist nicht zu unterschätzen und eine innere Neuausrichtung erfordert Zeit, Kraft und Energie, auch wenn sie zunächst im Verborgenen passiert. Es ist keineswegs leicht und „hat etwas mit Mut zu tun: zu wagen, rauh zu sein, unhöflich zu sein, Dinge zu tun, wo Dein Lehrer sagen würde, das ist nicht schön. Aber vielleicht magst Du es. Du musst viele mutige Schritte tun, auch was die Selbstakzpetanz betrifft – überhaupt die Akzeptanz von so vielem. Ich glaube, die klassischen Spieler haben die schwerste Arbeit, weil sie so trainiert wurden.“ ( Frances Marie Uitti).

Wer diese Stimme in sich spürt und sich auf den Weg macht, kann sich auf und über viele neue Erfahrungen freuen, nicht immer einfach, aber – so jedenfalls mein Erleben – immer bereichernd.